Wappen

Bildschirmfoto 2015-01-31 um 17.10.49Die Wappen der Familien von Rothkirch

Friedrich-Eberhard v. Rothkirch
(aus der „Rothkirch`schen Allgemeinen Zeitung“ von 1998)

Der Bitte, etwas über die Wappen der Familien von Rothkirch zu schreiben, folge ich gern; freilich mit dem ausdrücklichen Hinweis auf die vorzügliche Darstellung von Vetter Valerius: „Die Wappen“, in: „Familiengeschichte derer von Rothkirch“, Celle 1990, Bd. 1, Seite 6 ff.).

„Wappen sind farbige, bleibende oder vererbliche Abzeichen einer Person oder Personengemeinschaft die in ihren Formen auf den mittelalterlichen Schutzwaffen beruhen. Die ältesten Wappen sind seit etwa 1130 bekannt. Sie entsprangen in der Kreuzzugszeit der Notwendigkeit, den vollgerüsteten Krieger für Freund und Feind erkennbar zu machen. Eine Wappenbeschreibung wird vom Schildträger aus gedacht, nennt also „rechts“, was vom Beschauer aus „links“ ist und umgekehrt. Hauptbestandteile eines Wappens sind Schild und Helm mit Helmzier und Helmdecken. Die Gleichsetzung des Schildes mit seinem Träger drückt sich in den Siegeln aus.“ (Vergleiche „Heraldik“ in Brockhaus Enzyklopädie, Bd. 8, Seite 382 ff.

Das einfache Wappen derer von Rothkirch zeigt auf goldenem Feld drei Bildschirmfoto 2015-01-31 um 16.14.01schwarze gekrönte Adlerköpfe. Eine der ältesten Darstellungen eines Wappens mit drei ungekrönten Adlerköpfen (golden auf blauem Feld) finden wir auf dem Bild des Ritters und Minnesängers Hartmann von Aue (* ca. 1175 …… ca. 1215) in der Manesseschen Handschrift von ca. 1300 (vgl. Brockhaus Enzyklopädie Bd. 8, Seite 201).

Weitere Wappen mit den drei Adlerköpfen trugen – golden auf schwarzem Feld –  das schon lange erloschene Geschlecht der Grafen von Schackenthun, schwarz gekrönt auf silbernem Feld die Schilling von Lahnstein (oder Landstein); ein solches Wappen findet sich auch an einem Pfeiler der Johanneskirche zu Lüneburg. – „Ungekrönt kommen die Adlerköpfe im Wappen der Freiherrn von Eber, der französischen Familie Ribaupierre und in dem der französischen Familie Machaut vor. Von ähnlichen Wappenbildern finden wir drei schwarze Hahnenköpfe mit Kämmen, aber ungekrönt, im Wappen der Tauer Bildschirmfoto 2015-01-31 um 17.02.05(altes schlesisches Geschlecht, lange erloschen), das Wappen ähnelt augenfällig dem unsrigen. Es liegt aber ein guter Grund vor, anzunehmen, dass beide Wappen ursprünglich und bis ins 17. Jahrhundert völlig übereinstimmten (…) Drei gekrönte Rabenköpfe aber finden wir im Wappen der Grafen von Rappoltstein (vergleiche Valerius von Rothkirch a.a.O. S. 6 ff.).

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Bildausschnitt aus der Breslauer Universitäts-Handschrift von 1451

Die wohl ältesten Darstellungen des Wappens der von Rothkirch finden wir unter anderem auf dem Schild des herzoglichen Bannerträgers in der Schlacht bei Liegnitz gegen die Mongolen am 9. April 1241 (vgl. Valerius v.R. a.a.O. S. 15,16 ff.) sowie auf dem Siegel „des Ritters Marcus, Kastellans von Lüben“, 1314.

 

Auf dem Siegel Heinzes (I.3) um 1400 tragen die Adlerköpfe bereits Blätterkronen. Entsprechend zeigt das Wappen „im goldnen Feld drei schwarze, gekrönte, rechtsgewendete Adlerköpfe mit Hälsen, goldenen Schnäbeln und rot ausgeschlagenen Zungen. Aus dem gekrönten Helm ragt ein gleicher Adlerkopf hervor. Die Helmdecken sind schwarz-rot-golden. Alle die späteren Siegel und Leichensteine entsprechen der oben gegebenen Beschreibung unseres Wappens.“

Nach und nach hat unser Wappen durch Auswanderungen, Bildschirmfoto 2015-01-31 um 16.14.27Standeserhöhungen, Adoptionen und Ähnliches Veränderungen erfahren. So durch Hans v.R. (II.A.45), der 1615 in schwedische Dienste trat. Damit eröffnete er zugleich den heute noch in Finnland blühenden Zweig der Rotkirchs.

„Seinem Wappen sind die alten stolzen Adlerköpfe zu Hahnenköpfen mit roten Kollern und Kämmen geworden. (vgl. Wappen Nr. 8) Warum? Es lässt sich eben nur denken, dass Hans, der Stifter der schwedischen Linie – beim Verlassen der Heimat kaum dem Kindesalter entwachsen – über seine Wappentiere selbst nicht bescheid wusste und dass sein nach Sitte der Zeit außerordentlich kleiner Siegelring ihn zu belehren nicht geeignet war. Daher kam es wohl, dass dem (schwedischen) Wappenmaler die Gestaltung seines Wappens überlassen blieb.“ (vgl. Valerius v.R. a.a.O. S. 8).

Valerius übersieht aber eine weitere Möglichkeit der Wappenänderung: Er berichtet, dass zur Zeit von Hans` Weggang aus Schlesien 1615 das Wappen der damals in Schlesien noch blühenden Familie von Tauer „drei schwarze Hahnenköpfe, aber ungekrönt“ zeigt. Möglicherweise bestanden zwischen den Familien von Tauer und von Rothkirch freundschaftliche, vielleicht sogar verwandtschaftliche Beziehungen. So könnte es gekommen sein, dass Hans bei seinem Weg nach Schweden von Verwandten einen Tauerschen Siegelring geschenkt bekam. Wir werden den wahren Sachverhalt nicht mehr erfahren. Seit längerer Zeit hatte der um 1700 am schwedischen Ast der Rothkirchs entstandene und heute noch blühende Zweig der Rotkirchs in Finnland das ursprüngliche Wappen mit den drei Adlerköpfen wieder angenommen.

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Ihr Wappen erfährt eine Änderung durch Carl Fredrik Rotkirch (II.A.226), als dieser, von Zar Nikolaus I mit Diplom vom 14. August 1830 in den Freiherrenstand erhoben, sein Wappen mit dem Wappen seiner Frau Augusta Frederika Elisabeth Aminoff verbindet.

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Das nächste veränderte von Rothkirch`sche Wappen entstand durch die mit dem böhmischen Diplom vom 18. Juli 1662 von Kaiser Leopold I verliehene Erhebung des Hans Christoph von Rothkirch (I.138) in den Freiherrenstand des Königreichs Böhmen (vgl. Valerius v. R. a.a.O. S. 53). Hans Christoph hat seinWappen, entsprechend seinem Leben als kaiserlicher Offizier, selbst entworfen.

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Eine leichte Veränderung „mit einem goldnen, mit Perlenschnüren umwundenen Reifen“ (vgl. Valerius v. R. a.a.O Seite 7) erhält unser Wappen durch die Erhebung von Friedrich Karl Heinrich (I.368) von Rothkirch in den Freiherrenstand.

Bildschirmfoto 2015-01-31 um 16.15.14„Unterm 4. März 1757 wurde Johann von Rothkirch (I.244) nach Adoption durch seinen Schwager, Frhr. Wenzel von Trach, vom König Friedrich II von Preußen den Freiherrenstand erhoben als Freiherr von Rothkirch und Trach. Sein Wappen wird durch die Verbindung mit dem Trach`schen Wappen verändert.“ (vgl. Valerius v.R. a.a.O. S. 7 ff.) und Wappen Nr. 5.

Bildschirmfoto 2015-01-31 um 16.13.441826 werden die Brüder Leopold (I.331) und Leonard (I.332) von Rothkirch aus der Panthener Linie als Grafen von Rothkirch und Panthen in den österreichischen Grafenstand erhoben (Diplom vom 22. Januar 1826). Unser Wappen erhält dabei eine Grafenkrone (9 Perlenspitzen) über dem Wappenschild, der von zwei geharnischten Männern rechts und links gehalten wird (vgl. Valerius v.R. a.a.O. S. 7) und Wappen Nr. 3.

Bildschirmfoto 2015-01-31 um 16.15.281851 wird Freiherr Alexander Wolfgang von Rothkirch und Trach (I.342) von seinem Onkel Friedrich von Schwarzenfels adoptiert mit dem Zusatznamen „genannt von Schwarzenfels„. Auch hier erfolgt die Veränderung unseres Wappens durch die Verbindung mit dem Schwarzenfels`schen Wappen (vgl. Valerius v.R. a.a.O. S. 7), Wappen Nr. 6.

Bildschirmfoto 2015-01-31 um 16.15.36Durch die den Freiherren Ernst Edwin (I.377) und Leopold von Rothkirch und Trach  (I.339) unterm 18. Oktober respektive 15. November 1861 erteilten preußischen Grafendiplome hat unser Wappen folgende Änderung erfahren: der Schild ist mit der Grafenkrone bedeckt. Die Rothkirch`schen Adlerköpfe nehmen wieder den ersten Platz, d.h. den vorderen Teil ein, sind aber demgemäß links gegen den Drachen im hinteren Teil gewendet und haben, wie im Stammwappen, goldene Schnäbel. Entsprechend haben auch die Schildhalter ihre Stellen gewechselt. (vgl. Valerius v.R. a.a.O. S. 7), Wappen Nr. 7.

Eine lange Zeit liegt zwischen dem Jahrhundert, in dem der Schild mit den drei schwarzen Adlerköpfen auf goldenem Grund zum Wappen der Familien von Rothkirch wurde, und Heute. Von Generation zu Generation, in guten und schweren Zeiten weitergegeben, ist es auf uns gekommen, um weitergereicht zu werden unter dem Losungswort, dass über dem noch heute vorhandenen Daten der Shop Dauer Haustür steht: Soli Deo Gloria. Gott allein die Ehre!

Celle, im Mai 1998
Friedrich Eberhard von Rothkirch (I.530)